Erleuchtungsstupa
Strichzeichnung eines meditierenden Buddha
Tafel 4

Was ist Buddhismus?

„Einziger Sinn einer jeden buddhistischen Übung ist es, den Geist als frisch und mühelos zu erleben.“

Lama Ole Nydahl

Lama Ole Nydahl im Video

Die Kraft der Gefühle · 3 Min.
What happens when we die · 4 Min.
Entdecke dein Potential · 3 Min.
The Nature of Reality · 3 Min.

Der Diamantweg-Buddhismus im Westen

Der Buddhismus ist Hauptreligion in mehreren ostasiatischen Ländern. Seit den siebziger Jahren überzeugen und begeistern Buddhas Einsichten auch eine wachsende Zahl von Menschen im Westen. Die Lehre hat sich den jeweiligen kulturellen Bedingungen der einzelnen Länder angepasst, ohne dabei ihre Essenz zu verlieren.

Seit den siebziger Jahren gibt es Zentren und Gruppen des Diamantweg-Buddhismus im Westen. Sie werden von den Mitgliedern ehrenamtlich betrieben und ermöglichen allen Interessierten einen unmittelbaren Zugang zu den Meditationen und Belehrungen. Die Praktizierenden sind Laien-Buddhisten. Das bedeutet, dass sie mit Familien, Freunden, Ausbildung und Beruf fest in der Gesellschaft verankert sind, in ihrer Freizeit meditieren und die buddhistische Praxis im Alltag verwenden.

Inhaltlich vermittelt der Diamantweg-Buddhismus Methoden und Sichtweisen, um dauerhaftes Glück im eigenen Geist zu entdecken. Die Belehrungen zielen auf zeitlose Werte und helfen, den inneren Reichtum zum Besten aller Wesen zu entfalten.

Während der Buddhismus in einigen europäischen Ländern als Religion anerkannt ist, sind die Diamantweg-Gruppen und Zentren in Deutschland in gemeinnützig anerkannten Vereinen organisiert.

Lama Ole Nydahl

Lama Ole Nydahl ist einer der bekanntesten westlichen Lehrer für Buddhismus. Seine Frau Hannah und er wurden Ende der 60er Jahre die engsten westlichen Schüler des 16. Gyalwa Karmapa. Nach einer dreijährigen, intensiven Ausbildung im Himalaya erhielten die beiden jungen Dänen von Karmapa den Auftrag, den Diamantweg-Buddhismus rund um die Welt zu lehren.

Seitdem hat Lama Ole über 600 buddhistische Zentren gegründet. Jahrzehntelang reiste er zweimal im Jahr um die Welt, um Vorträge zu halten, Meditationskurse zu leiten und Zentren zu besuchen. Seit 2020 lebt er mit seiner Familie im internationalen Europa-Zentrum im Allgäu. Bis heute ist er im ständigen Austausch mit seinen Schülern. Über 300 von ihnen geben in seinem Auftrag die Lehren in den Diamantweg-Zentren weiter.

Die Karma-Kagyü-Linie

Die Karma-Kagyü-Linie gehört zu den vier großen buddhistischen Schulen Tibets. Sie ist eine Unterschule der Kagyü-Tradition, die nach ihrem Begründer, dem ersten Karmapa Düsum Khyenpa (1110–1193), benannt wurde. Die Kagyü-Linie lebt durch die direkte mündliche Überlieferung. Sie legt besonderen Wert auf Meditation und das unmittelbare Erleben des Geistes durch die Anleitung eines verwirklichten Lehrers.

Die Belehrungen stammen vom historischen Buddha Shakyamuni und wurden von indischen Meistern (Mahasiddhas) wie Naropa und Maitripa überliefert. Die tibetischen Verwirklicher (Yogis) Marpa und Milarepa gestalteten die Linie zu einer lebensnahen Laienbewegung. Seit dem 12. Jahrhundert hält die ununterbrochene Reihe der Karmapa-Wiedergeburten diese Übertragungen lebendig und kraftvoll.

Heute geben buddhistische Lehrer wie der 17. Karmapa Thaye Dorje, Sherab Gyaltsen Rinpoche, Nedo Rinpoche, Jamgon Kongtrul Rinpoche und Jigme Rinpoche die Lehren und Methoden weiter. Sie unterstützen die Arbeit in den Diamantweg-Zentren weltweit.

Die Karmapas

Gyalwa Karmapa gilt als erster bewusst wiedergeborener Lama Tibets. Nach mehreren bedeutenden Leben als Verwirklicher in Indien wählte er seine späteren Wiedergeburten nördlich des Himalaya. Seit dem 12. Jahrhundert sind die Karmapas das Oberhaupt der Karma-Kagyü-Linie und für ihren Fortbestand verantwortlich. So rettete der 16. Gyalwa Karmapa 1959 durch seine Flucht aus Tibet nach Indien das Wissen über den Geist vor der Zerstörung durch die chinesischen Besatzer. Mit Hilfe seiner westlichen Schüler brachte er dieses Wissen in die moderne Welt.

Heute ist sein Nachfolger, der 17. Gyalwa Karmapa Thaye Dorje, Oberhaupt der Karma-Kagyü-Schule. Er wurde 1983 in Tibet geboren, floh 1994 aus dem unterdrückten Tibet in die Freiheit und lebt derzeit mit seiner Familie in Delhi, Indien. Im Jahr 2000 besuchte er erstmals die Diamantweg-Zentren im Westen. Seither lehrt er regelmäßig auf großen Kursen rund um die Welt.

Drei Wege, ein Ziel

Buddha lehrte entsprechend der Fragen und Offenheit der Schüler, die zu ihm kamen. Daraus ergeben sich unterschiedliche Schwerpunkte und die verschiedenen buddhistischen Richtungen.

Wer Leid vermeiden wollte, bekam Auskunft über Ursache und Wirkung (»Kleiner Weg«, skt. Hinayana, auch Theravada, »Schule der Ältesten« genannt). Wer mehr für andere tun wollte, hörte Belehrungen über Mitgefühl und Weisheit (»Großer Weg«, skt. Mahayana). Wenn die Leute starkes Vertrauen in ihre eigene Buddhanatur hatten, lehrte er den »Diamantweg« (skt. Vajrayana). Dann vermittelte Buddha direkt seine erleuchtete Sicht von der Natur des Geistes, das »Große Siegel« (skt. Mahamudra).

Der Lehrer in der Meditation

Im Diamantweg-Buddhismus ist der Lehrer die Quelle der Inspiration, da er wie ein Spiegel die innewohnenden Qualitäten von Freude, Mitgefühl und Furchtlosigkeit zeigt. Es geht darum, diese Sichtweise nicht nur während, sondern auch außerhalb der Meditationssitzungen zu halten.

Was bedeutet „Befreiung und Erleuchtung“?

Befreiung bedeutet die Erkenntnis, dass Körper, Gedanken und Gefühle in ständiger Veränderung sind und deswegen kein wirkliches »Ich« bilden können. Erkennt man dies, erlebt man sich selbst nicht mehr als Zielscheibe und beseitigt so die Ursache des Leidens.

Erleuchtung ist der weitere, letztendliche Schritt. Hier strahlt das klare Licht des Geistes durch jede Erfahrung. Der Geist ist in allem mühelos und spontan.

Zum Weiterhören

„Wie die Dinge sind“ – Hörbuch
Lama Ole Nydahl · eine zeitgemäße Einführung in den Buddhismus · Platzhalter

Was erwartet mich in einem Diamantweg-Zentrum?

Die Zentren und Gruppen des Diamantwegs ermöglichen einen einfachen und kostenfreien Zugang zu den buddhistischen Lehren. Herzstück ihres Angebots ist die auf Deutsch angeleitete und gemeinsam praktizierte Meditation auf den 16. Karmapa. Lama Ole und seine Frau Hannah haben sie vom 16. Karmapa für die Schüler im Westen erhalten. Einführende Vorträge sowie Wochenendkurse und weitere Veranstaltungen ergänzen das Programm.

Vorkenntnisse und Anmeldungen sind nicht nötig. Jeder, der mehr über den Buddhismus erfahren und meditieren lernen möchte, ist herzlich willkommen. Die aktuellen Zeiten findet man auf www.diamantweg-buddhismus.de.

Bücher von Lama Ole Nydahl

  1. Cover: Wie die Dinge sind

    Wie die Dinge sind

    Eine zeitgemäße Einführung in die Lehre Buddhas

    Bei Amazon ansehen

  2. Cover: Die Buddhas vom Dach der Welt

    Die Buddhas vom Dach der Welt

    Mein Weg zu den Lamas

    Bei Amazon ansehen

  3. Cover: Über alle Grenzen

    Über alle Grenzen

    Wie die Buddhas in den Westen kamen

    Bei Amazon ansehen

  4. Cover: Von Tod und Wiedergeburt

    Von Tod und Wiedergeburt

    Bei Amazon ansehen

  5. Cover: Buddha und die Liebe

    Buddha und die Liebe

    Bei Amazon ansehen